Wichtige Verhaltensweisen
"Schweinegrippe"
Was ist Schweine-Influenza?
Die Schweinegrippe ist eine durch Influenzaviren des Typs A verursachte Atemwegs-Erkrankung von Schweinen. Es kam bereits in der Vergangenheit regelmäßig zu Ausbrüchen unter Schweinen verursacht durch diese Viren. Die Erkrankungsrate bei Schweinen ist hoch, die Sterblichkeitsrate jedoch niedrig. Das Virus zirkuliert während des gesamten Jahres, die meisten Ausbrüche finden aber im Herbst und Winter statt, ähnlich der menschlichen Influenza. Die klassischen Schweineinfluenza-Viren (Influenza-Subtyp A H1N1) wurden erstmalig im Jahr 1930 isoliert.
Bei einer Schweinegrippe-Infektion treten meist Fieber, Halsschmerzen, trockener Husten oder Schnupfen sowie Muskel-, Kopf- oder Gelenkschmerzen auf. Zudem leiden Patienten an starker Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Bei Kindern und Jugendlichen kommt zusätzlich häufig noch Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall dazu.
Treten diese Symptome auf, kann der Arzt mit einem Schnelltest feststellen, ob der Patient wirklich an der Schweinegrippe leidet.
Achtung: Nicht einfach zum Arzt gehen, so könnten Sie leichtfertig dessen andere Patienten gefährden. Rufen Sie vorher bei dem Arzt an, schildern Sie die Symptome und äußern Sie den Schweinegrippe-Verdacht. Dann kann der Arzt entweder zu Ihnen nach Hause kommen oder Sie zu einem Einzeltermin in die Praxis bestellen.
Möglichst keinen Kontakt zu anderen Menschen, am besten mindestens einen Meter Abstand halten. Verzichten Sie in der Krankheitsphase auch auf engen Kontakt zu Haustieren, denn auch die können die Schweinegrippe bekommen. Achten Sie auf besondere persönliche Hygiene wie häufiges Händewaschen.
Familie: Der Partner soll in einem anderen Zimmer schlafen. Kinder oder vorerkrankte Personen sollten den Haushalt wenn möglich für die Zeit der Ansteckungsgefahr verlassen.
Regelmäßig lüften, denn frische Luft ist wichtig für den Körper und das Immunsystem und verringert die Zahl der potentiell erregerhaltigen feinsten Tröpfchen in der Luft
In den Toilettenbereichen stehen zur Desinfektion der Hände Mittel zur Verfügung.
Scharlach: Krankheitsverlauf
Nach der Inkubationszeit von einem bis fünf Tagen treten beim Scharlach hohes Fieber und starke Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden auf. Das Kind ist in seinem Allgemeinzustand deutlich beeinträchtigt, das Gesicht wirkt blass und ernst. Gaumen, Zäpfchen und Mandeln sind hochrot. Auf den Mandeln treten allmählich gelbliche Beläge (Stippchen) in Erscheinung, die anfangs auch fehlen können.
Die Kieferwinkellymphknoten sind schmerzhaft geschwollen. Von der Leistengegend und dem Achselbereich ausgehend tritt ein samtiger, feinfleckiger Ausschlag auf, der sich auf den ganzen Körper ausbreitet – nur die Region um den Mund ist auffallend blass.
Die Zunge wird nach zwei bis drei Tagen himbeerrot. Ein wichtiges "Reservoir" für die Scharlach-Erreger bilden die hinteren Nasengänge, die Nase ist oft von einem eitrigen Schnupfen mit betroffen. Bei schweren Verläufen kann es zusätzlich zu einer Mittelohrentzündung oder Nebenhöhlenentzündung kommen, die ebenfalls eher schwer verlaufen.
Nach den ersten Scharlach-Krankheitstagen weicht der Hautausschlag einer auffälligen Blässe – mit Ausnahme der Himbeerzunge und des hochroten Rachens. Das Kind erholt sich im weiteren Verlauf, bevor etwa 14 Tage nach Krankheitsbeginn des Scharlachs eine erneute Krankheitsphase mit blasser Haut, Abgeschlagenheit und Ruhebedürftigkeit eintritt.
Die früher typischen Folgeerkrankungen von Scharlach wie rheumatisches Fieber, Nierenentzündung oder Herzmuskelentzündung, die vor allem in der dritten Krankheitswoche auftraten, sind heute extrem selten geworden. Dies hängt nicht in erster Linie mit der Gabe von Antibiotika zusammen, sondern mit verbesserten Lebensbedingungen und einem besseren Ernährungszustand der Kinder.
Es gibt keine Studien, die zeigen, wie häufig diese Komplikationen bei Scharlach heute bei nicht antibiotisch behandelten Kindern sind. Andererseits kommt es auch bei antibiotisch behandelten Kindern zu Nachkrankheiten vor allem der Nieren, was deutlich macht, dass ausreichende Ruhe beim Scharlach für alle betroffenen Kinder wichtig ist.
Scharlach nach drei Wochen ausgestanden
Scharlach ist ohne antibiotische Therapie erst nach drei Wochen ausgestanden. Dann schuppt sich auch die gesamte Haut und es treten lamellenartige Schuppen an den Fußsohlen und den Handinnenflächen auf. Erst nach vier Wochen ist das Kind wieder normal belastbar, Sport darf es nach einer Scharlach-Erkrankung erst nach sechs Wochen treiben.
Wenn die Ausscheidungstätigkeit des Organismus nicht angeregt wird oder nicht ungestört ablaufen kann, schlägt die Kinderkrankheit in eine zerstörerische Krankheit um. Dann kann es durch die Scharlach-Gifte selbst oder durch einen Niederschlag der Immunkomplexe an "falscher Stelle" zu schweren Folgekrankheiten der Herzklappen sowie der Gelenke und der Nieren kommen.
Scharlach in From einer Angina
Eine Infektion durch Scharlach-Erreger kann sich rein auf die Gaumenmandeln beschränken: Man spricht dann von einer "Streptokokken-Angina". Diese kann ebenso zu den genannten, lebensbedrohlichen "Nachkrankheiten" an Herz und Nieren führen wie der Scharlach, verläuft aber meist milder und weniger auslaugend und bedarf von daher keiner so langen Erholungsphase.
Allerdings besteht gerade in der Pubertät die Gefahr, dass eine solche Angina unentdeckt bleibt und zu Komplikationen führt, weil die Jugendlichen nicht zugeben, Halsweh zu haben, um einem Ausgehverbot zu entgehen und abends noch Freunde besuchen zu können. Denn es gilt grundsätzlich bei Infektionen mit Scharlacherregern: Wenn nicht Ruhe eingehalten wird, bis der Scharlach-Erreger und seine Gifte überwunden sind, ist der Organismus in Gefahr
Kopfläuse
Aussehen, Vorbeugung und Behandlung
Kopflausalarm! In vielen Schulen oder Kindergärten wird er regelmäßig ausgerufen. Man kann die Läuse mit allerlei Mitteln bekämpfen, doch sollte man bedenken: Kopfläuse sind lästig, aber eigentlich harmlos. Gefährlicher für die eigene Gesundheit und die der Kinder sind die aggressiven Mittel dagegen. "die umweltberatung" hat Alternativen gesammelt und getestet, die wir Ihnen hier gerne vorstellen.
Kopfläuse sind ca. 3 mm lange, flügellose Insekten, graubraun bis rötlich, flach und vor der ersten Nahrungsaufnahme durchsichtig. Verräterisch sind die Bissspuren als blutige Punkte auf der Kopfhaut. Häufiger als die Läuse selbst findet man deren Eier, die Nissen. Diese sind ca. 1 mm groß, rundlich, weiß-grau und kleben fest am Haar. Sie sind besonders am Haaransatz sichtbar.
Lebensweise und Vorkommen
Kopfläuse treten trotz bester hygienischer Bedingungen auf. Sie leben rund einen Monat lang, stechen alle 2-3 Stunden zu und saugen Blut. Ihr Speichel ruft Juckreiz hervor, die Kratzwunden können sich entzünden.
Kopfläuse können nicht springen, sie kriechen von Kopf zu Kopf, auch über Umwege wie Mützen, Kissen, Bürsten usw. Kinder stecken oft die Köpfe zusammen, darum sind vor allem die 5-10-Jährigen bevorzugte Opfer. Zwei, drei Tiere genügen bereits, um eine kleine Epidemie auszulösen. Die Läuse nisten sich am liebsten an den Schläfen, hinter den Ohren und im Nackenbereich ein. Tückisch ist ihre Fruchtbarkeit: Ein Weibchen legt bis zu 250 Eier.
Merkblatt zur Bekämpfung von Kopfläusen
1. Personen mit Kopflausbefall dürfen eine Gemeinschaftseinrichtung, in der Kinder und Jugendliche betreut werden, nicht betreten.
2. Zum Abtöten der Kopfläuse benutzen Sie bitte ein apothekenpflichtiges für die Kopflausbehandlung zugelassenes Arzneimittel. (Alternative Mittel siehe unten.)
3. Um eine erfolgreiche Bekämpfung der Kopfläuse zu erreichen, ist eine zweite Behandlung, 8 – 10 Tage nach der ersten, notwendig, da die Wirkstoffe nicht immer ausreichend auf die Läuse-Eier wirken und in der Zwischenzeit Larven ausschlüpfen können.
4. Während der Schwangerschaft und der Stillzeit wird empfohlen, die Läuse rein mechanisch durch feuchtes Auskämmen (Strähne für Strähne) zu entfernen.
5. Kontrolluntersuchungen und feuchtes Auskämmen sind zwischen den Behandlungen und in etwa bis zu 8 Tagen nach der zweiten Behandlung notwendig, um geschlüpfte Larven zu entfernen.
6. Ein ärztliches Attest zur Bestätigung des Behandlungserfolges ist nur erforderlich bei wiederholtem Befall innerhalb von 4 Wochen. Die Erziehungsberechtigten sind verpflichtet, die Behandlung gegenüber der Gemeinschaftseinrichtung zu bestätigen.
7. Alle Kontaktpersonen in Familie, Kindereinrichtungen, Schulen (gleiche Gruppe oder Klasse) sind zu informieren – auch mit dem Ziel, eine Untersuchung und gegebenenfalls Behandlung zu veranlassen.
8. Es ist notwendig, dass Kämme, Bürsten, Mützen, Lockenwickler, Fahrradhelme, Kindersitze, Haarnetze usw. aller Familienmitglieder mit einem für die Kopflausbehandlung zugelassenem Arzneimittel behandelt und gründlich gereinigt werden.
Behandlung bei Befall
Vorab: Ruhe bewahren! Läuse sind lästig, aber nicht gefährlich. Den Befall im Umkreis melden, Familienmitglieder und Kontaktpersonen untersuchen und sicherheitshalber mit einer sanften Methode behandeln
Keine Methode wirkt mit 100%iger Garantie. Daher unbedingt verschiedene Behandlungen kombinieren und über einen längeren Zeitraum anwenden!
Das Umfeld entlausen:
• Kämme und Bürsten reinigen (10 Minuten in sehr heißes Wasser legen und dann putzen),
nach jedem Gebrauch gründlich mit heißem Wasser abspülen.
• Läuse und Nissen sterben bei Temperaturen über 50°C ab, Bettwäsche und Kleidung daher bei 60°C waschen.
• Hitzeempfindliche Mützen und Wollschals, Puppen etc. 24 Stunden in die Tiefkühltruhe (mindestens -18°C) oder im Winter 2 Wochen ins Freie legen. Plüschtiere können auch in einen dichten Plastiksack verpackt und ausgehungert werden (je wärmer gelagert, desto schneller sterben die Läuse.)
• Böden, Polstermöbel und Autositze gründlich absaugen und Haare entfernen. Glatte Böden feucht wischen.
• Bei weniger benutzten Räumen oder Kleidungsstücken kann man die Läuse einfach aushungern (einen Monat nicht betreten/ benützen).
• Läuse sind zu groß, um in das Innere von Matratzen oder Kopfkissen vorzudringen. Es genügt, die Bezüge zu waschen.
Essigspülung: 5%igen Haushaltsessig mit lauwarmen Wasser 1:1 mischen, einmassieren, Kopf mit einem in Essigwasser getränkten Handtuch umwickeln. Nach 1 Stunde kann man die toten Läuse und Nissen auskämmen. 8 Tage lang einmal täglich wiederholen.
Trockenhaube: Duschhaube aufsetzen, da-mit die Läuse nicht flüchten können und 45 Minuten unter die Trockenhaube (44°C bis maximal 52°C, sonst können Hautschäden auftreten). (Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg und Öko-Test), eine Essigspülung als Vorbehandlung ist sinnvoll.
Saunabesuche helfen nur bedingt, weil Läuse im Schweiß überleben. Trockene Hitze ist bes-ser (Läuse trocknen aus).
Lauskamm: Nissen mit einem feinen Metallkamm sorgfältig auskämmen. Eine Vorbehandlung mit Essiglösung löst die Nissen von den Haaren. Haarbalsam macht die Haare leichter kämmbar. Relativ neu sind elektrische Lauskämme. Die Spannung zwischen den Zinken tötet die meisten Läuse bei Berührung ab und der Summton macht ihre Entdeckung einfach.
Shampoos: "die umweltberatung" rät zu Produkten mit Neem-Extrakt, Soja- und Kokosöl. Öl greift den Lauspanzer an und trocknet ihn aus. Das Mittel muss gleichmäßig auf der Kopfhaut verteilt werden, empfohlene Dosierung und Einwirkzeit genau einhalten! Auch Shampoos mit Essigspülungen, Lauskämmen und Umfeldentlausung kombinieren!
Nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen!
In Apotheken und Drogerien gibt es zahlreiche Shampoos, Sprays, Lösungen oder Lotionen. Die meisten enthalten chemische Insektizide wie Malathion, Permethrin und andere Pyrethroide oder sogar Lindan. Diese Wirkstoffe reizen Augen und Schleimhaut, können Al-lergien auslösen und bei empfindlichen Personen auch Asthma- oder Krampfanfälle oder Nervenschädigungen hervorrufen; bei Läusen dagegen wurden schon Resistenzen beobachtet. Mit Bedacht auf die eigene Gesundheit sollten diese Mittel - wenn überhaupt - nur vor-sichtig und in gut belüfteten Räumen verwendet werden. Sprays sind abzulehnen, weil die Wirkstoffe unkontrolliert verteilt und eingeatmet werden.
Die genannten Methoden reichen zum Entlausen völlig aus. Übertriebene Maßnahmen wie Desinfektion, Insektizide oder chemische Behandlung der Matratzen sind fehl am Platz!

