Anthroprosophie

Anthroposophie

Anthroposophie antwortet auf das Bedürfnis des Menschen, ein von Bewusstheit gestaltetes Verhältnis zur übersinnlichen, d.h. zur nicht durch die menschlichen Sinne erfahrbaren, Welt zu gewinnen. Durch die Anthroposophie soll der Mensch seine Wahrnehmungs- und Erfahrungsmöglichkeiten erweitern.
Anthroposophie ist keine Lehre, sondern regt den Menschen an, seine Aufmerksamkeit und sein Interesse auch Phänomenen zuzuwenden, die über die materielle Welt hinaus auf seelisch-geistige Realitäten weisen.
Anthroposophie gibt Antworten auf viele Lebensfragen. Zahlreiche Menschen orientieren sich heute für ihre tägliche Arbeit an den Ideen aus den geisteswissenschaftlichen Darstellungen Rudolf Steiners.
Neben der Waldorfpädagogik, die durch Rudolf Steiner entwickelt wurde, gibt es die anthroposophische Medizin, die biologisch-dynamische Landwirtschaft und die anthroposophische Heilpädagogik, die breite Anerkennung gefunden haben.
Rudolf Steiner hat auch auf anderen Gebieten wichtige und bahnbrechende Anregungen gegeben. So beschäftigte er sich mit Mathematik und Naturwissenschaften, deren Kenntnis er oft als Voraussetzung für ein Verständnis der Anthroposophie bezeichnete, und er gab z.B. Goethes naturwissenschaftliche Schriften heraus.

Weitere Informationen über Anthroposophie finden sie z.B. unter www.waldorfschule.info

Anthroposophie ist keine Lehre

Ein guter Unterricht fährt sich nicht in Einseitigkeiten fest, sondern atmet. Bloße Wissensvermittlung interessiert keinen jungen Menschen. Wenn der Unterricht aber künstlerisch-dramaturgisch gestaltet wird, indem im rhythmischen Wechsel Spannungen aufgebaut und wieder gelöst werden, wird Schule lebendig. Das kann an jeder Schule geschehen. Waldorfpädagogik versucht, lebendigen Unterricht künstlerisch durchzuführen und seine Voraussetzungen mit Bewusstsein zu durchleuchten. Letzteres kann man auch Anthroposophie nennen. Anthroposophie ist kein von Rudolf Steiner fertig ersonnenes Weltbild, sondern eine bewusste Beziehung zum Geistigen im Menschen. Die Werke Rudolf Steiners sind keine theoretischen Konstrukte, sondern regen Begriffsbildungen an, die - richtig gehandhabt - eine Erkenntnis von seelisch-geistigen Realitäten und ein geistesgegenwärtiges Handeln fördern.

Es ist wenig verwunderlich, dass von seiten einer materialistischen Weltanschauung, die seelisch-geistige Realitäten dogmatisch leugnet, der Anthroposophie jegliche wissenschaftliche Existenzberechtigung abgesprochen wird. Die Früchte der Anthroposophie - z.B. in der Medizin, der biologisch-dynamischen Landwirtschaft und auch in der Pädagogik - legen ein anderes Zeugnis ab. - Von den Lehrern wird erwartet, dass sie sich mit Anthroposophie auseinandersetzen, natürlich aber nicht von den Eltern. Die Lehrer erhalten dazu u.a. Gelegenheit in einer zusätzlichen Lehrerausbildung für Waldorfschulen. Aber auch die Eltern können sich in Einführungsabenden an den Schulen über Anthroposophie und über Waldorfpädagogik informieren

Waldorfschulen sind keine Weltanschauungsschulen

Großen Pädagogen, wie etwa Eduard Spranger, war selbstverständlich, dass es eine Pädagogik ohne weltanschauliche Stellungnahme nicht geben kann. Die Frage ist lediglich, ob man sich seiner weltanschaulichen Grundhaltung bewusst ist, oder nicht. Bei einer sich dem Materialismus verschreibenden Geisteshaltung ist das gerade nicht der Fall, wenn sie sich für weltanschaulich neutral erachtet.

Die Vermittlung von Weltanschauungen - gleich welcher Art - würde der pädagogischen Grundintention der Waldorfpädagogik widersprechen. Gleichwohl haben alle Schüler die Möglichkeit, an einem Religionsunterricht der Konfessionen oder an einem freien christlichen Unterricht teilzunehmen. Bevor z.B. in Berlin Jüdische Schulen gegründet wurden, besuchten viele Schüler jüdischer Konfession die dortige Rudolf Steiner Schule, so dass für diese jüdischer Religionsunterricht eingerichtet werden konnte.

Alle Reche vorbehalten. Waldorfkindergarten- und Schulverein Dietzenbach e.V.